Mittwoch, 15. Dezember 2010

Frieren in Nordvietnam

Seit einer Woche bin ich nun in Vietnam, es ist kalt und regnet haeufig! Aber zuerst noch ein paar Zeilen von meinen letzten wunderschoenen Tagen in Laos.

Die Flussfahrt auf dem Nam Ou von Luang Prabang Richtung Norden war ein schoener Abschluss meiner Laos-Reise. In einem kleinen Holzboot mit schmalen Holzbaenken ging es 7 Stunden stromaufwaerts. Zuerst eine Stunde auf dem Mekong, spaeter auf dem Nam Ou. Gluecklicherweise waren wir nur eine handvoll Leute an Bord, so konnten wir unsere Beine etwas strecken, sonst waere es eine qualvolle Fahrt gewesen. Schon nach 4 Stunden wusste ich naemlich nicht mehr, wie ich sitzen sollte, jede Position war unbequem. Die flussabwaertsfahrenden Boote hatten so viele Leute geladen, dass diese wie in einer Sardinenbuechse sassen. Der Laerm des kleinen Motors war gross, nach halber Fahrt musste ich Ohrenstoepsel benutzen, hatte ein Brummen in den Ohren wie nach einem Discobesuch. Aber die Landschaft entschaedigte fuer alle Strapazen. Schoene gruene Huegel, Karstberge und Dorfbewohner, die am Flussufer ihrer taeglichen Arbeit nachgehen. Waesche waschen, sich selbst waschen, Algen sammeln, fischen, Kinder, die baden und winken. Umgeben von dieser Idylle verbrachte ich ein paar Naechte in einem kleinen Ort, hatte einen Bungalow (inkl. Ratte) mit Blick auf den Fluss und die Berge. Mit meinen Bungalownachbarn wanderte ich durch das Hinterland. Ich haette gut noch eine Weile bleiben koennen, doch es fuhr nicht taeglich ein Boot weiter hinauf. Es hatte eine Liste, wo man sich eintragen konnte und so waren wir dann 7 Personen, die sich das Boot teilten.
Der zweite Teil der Strecke war nur zu Beginn noch schoen gruen, danach sah man mehr abgeholzte Huegel oder Kautschukplantagen. Nach 5 Stunden Fahrt erreichten wir den Ort Muang Khoua. Am naechsten Morgen, es war noch stockdunkel, versammelten sich ein paar Einheimische und 5 Touris am Fluss, der Bus fuhr auf der gegenueberliegenden Seite ab. Doch es tat sich vorerst mal nichts. Nur kurz sahen wir das Licht einer Taschenlampe. Kurz vor 6 kam dann ein kleines Boot und brachte uns auf die andere Seite. Die Fahrt mit dem vollgepackten Bus dauerte etwa 6 Stunden bis nach Dien Bien Phu in Vietnam.

In Dien Bien Phu, dem ersten groesseren Ort nach der Grenze, merkten wir sehr schnell, dass wir nicht mehr in Laos sind. Verkehr, Laerm, nicht mehr so freundliche Menschen und leider auch Regen. Der erste Eindruck von Vietnam war nicht gerade berauschend. Ich war in dieser Zeit mit einem argentinischen Paar unterwegs. Eigentlich wollte ich direkt nach Hanoi fahren, doch ich schloss mich den Argentiniern an und so stiegen wir am naechsten Tag wieder in einen kleinen Bus ein. Ueber 10 Stunden dauerte die Fahrt durch die Berge und Huegel Nordvietnams. Regen und Nebel truebten die Aussicht. In Lao Cai angekommen hatten wir keinen Anschlussbus mehr, so fuhren wir mit dem Taxi die letzte Stunde nach Bac Ha. Der Ort ist fuer seinen Sonntagsmarkt beruehmt, wir erreichten ihn am Samstagabend. Die lange Reise hat sich aber sehr gelohnt! Es war ein sehr farbenpraechtiger Markt, ein riesiges Getuemmel, Durcheinander, Essensstaende, Viehverkauf, ein paar Souvenirstaende, etc. Aus den umliegenden Doerfern kommen viele Einheimische auf den Markt, die Frauen haeufig in ihren farbigen Gewaendern. Ein sehr eindrueckliches Erlebnis. Nur die zu Beginn etwas aggressiven Souvenirverchaeufer waren muehsam. Bei schoenem Wetter koennte man Wanderungen unternehmen, doch wir fuhren zurueck nach Lao Cai und nahmen den Nachtzug nach Hanoi. Eigentlich waren alle Zuege ausgebucht, doch ploetzlich tauchten doch noch 3 Tickets auf, nach langem hin und her. Wir hatten einen einigermassen bequemen Sitz, doch das Wagondach war etwas undicht. Schon vor der Abfahrt tropfte es durchs Dach, der Sitz neben mir und die Reihe hinter mir waren ganz nass. Ich zog meine Regenjacke an und amuesierte mich uber die Asiaten (Touris oder Einheimische), die spannten naemlich Regenschirme auf. An Schlaf war nicht gross zu denken, es war ein staendiges Kommen und Gehen, zwischendurch wurde wieder der Boden getrocknet. Die Passagiere hinter mir konnten spaeter in einen anderen Wagen wechseln. Ich blieb zum Glueck trocken.
Um 4 Uhr morgens kamen wir in Hanoi an. Nach einer Stunde warten in einem Cafe machten wir uns zu Fuss in die Altstadt auf. Es hatte noch kaum Verkehr. Die Unterkunftssuche erwies sich als muehsam, da viele voll waren oder noch nicht wussten, wann sie freie Zimmer haben. Haeufig wurde uns versprochen, dass in einer Stunde etwas frei sei, was dann doch nicht so war, oder sie boten uns schmuddelige Zimmer zu ueberhoehten Preisen an. Schliesslich fanden wir ein etwas besseres Hotel, wofuer es sich auch gelohnt hat, mehr zu bezahlen. Ich genoss es sehr, wieder einmal ein wirlich sauberes Zimmer zu haben, wo die Laken frisch schienen und wo aus der Dusche schoen heisses Wasser kam. Der Verkehr in Hanoi ist einfach crazy, so viele Motorraeder, die alle gleichzeitig in alle Richtungen fahren, dazwischen Autos. Die Strasse zu ueberqueren braucht Mut, das erste Mal war furchtbar. Mit der Zeit wusste ich aber, wie ich heil ueber die Strasse komme. Einfach langsam laufen, ja nie still stehen oder sich beeilen, dann weichen alle aus. Mir war aber jedes Mal etwas mulmig zumute. Einmal wollte ich eine mehrspurige Fahrbahn ueberqueren, wartete und traute mich fast nicht. Da nahm mich eine vietnamesiche Oma an der Hand und half mir ueber die Strasse! Es gibt sie doch, die freundlichen Vietnamesen! Nach zwei Regentagen in Hanoi hatte ich genug und reiste weiter nach Cat Ba Island. Doch auch diese Insel am Rande der beruehmten Halong Bay erwartete mich mit Regen. Aber heute blieb es endlich trocken, sogar die Sonne zeigte sich kurz. So buchte ich kurzerhand fuer morgen eine 2-taegige Tour durch die Halong Bay! Bin sehr gespannt! Mehr dazu im naechsten Eintrag, irgendwann Ende Monat.

Es ging wahnsinnig schnell hier (ca. 10 Min. fuer 5 Fotos) und darum gibt es jetzt ein paar Bilder mehr zu sehen!




unser Boot









Muang Ngoi



im Hinterland, das Gefaehrt ist neu und die
Dorfbewohner fuhren damit die ganze Zeit hin und her



Sabai-dii!



Markt in Bac Ha









Hanoi

2 Kommentare:

  1. Oh ja, dr Verkehr isch krass dert, eifach Ouge zue u düre! Hier ds Bärn schneits grad wie gstört, grad so das mir am Wiehnachtsmärit hei "müesse" ga Glüehwy trinke ;-)
    I hoffe ds Wätter besseret sich de no ds Vietnam!
    Grüëssli

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  2. Hallo Sonja
    Habe gerade den ganzen Blogg gelesen das tönt ja wirklich super und spannend oh am liebesten wäre ich auch dabei..... geniesse Deine Ferien noch liebe grüsse aus Thun Irene

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