Nach einem Monat in Laos mache ich mich morgen auf den Weg nach Vietnam. Ich werde zwar noch ein paar Tage in diesem Land bleiben, doch werde ich erst wieder in Vietnam einen Internetzugang haben. Mit dem Boot werde ich den Fluss Nam ou hochfahren, unterwegs fuer ein paar Tage einen Zwischenstopp einlegen. Im Norden von Laos geht es dann ueber die Grenze nach Vietnam.
In der letzten Woche habe ich wieder so Vieles erlebt, kann manchmal gar nicht alles aufschreiben, mir fallen immer wieder Dinge ein, die ich vergessen habe. Von Vientiane bin ich mit dem Nachtbus nach Phonsavan gefahren. An Schlaf war jedoch kaum zu denken, die Strecke war sehr kurvig und dementsprechend die Fahrt sehr unruhig. Dieses Mal habe ich einen besseren Bus genommen, doch auch hier quetschten sie noch Passagiere in den Gang. Die Klappstuehle hatten Lehnen, doch fuer die 10-stuendige Fahrt waren sie sicherlich nicht so bequem. Diese Plaetze waren billiger, ich schaetzte meinen "normalen" Sitz doch sehr! Ganz hinten fuhr ein Typ in zivil mit Maschinengewehr mit. Ich habe gelesen, dass es auch schon zu Ueberfallen gekommen sei auf dieser Strecke, aber das war vor ein paar Jahren. Am Morgen um 6 Uhr war der Bus am Ziel. Ich war froh, dass ich im Bus ein kanadisches Paar getroffen habe, denn der erste Eindruck war etwas trostlos. Es war sehr kalt, karg und die Stadt nicht besonders schoen. Zusammen haben wir Velos gemietet und die bekannten Steinkruege besucht. Phonsavan liegt auf einer Ebene von 1200-1500m und ist vor allem wegen den Steinkruegen ein touristisches Ziel. Ausserhalb des Ortes befinden sich auf verschiedenen Feldern diese Steinkruege, einzelne sind bis zu 2m hoch. Warum und wie sie entstanden sind, ist weitgehend unbekannt. Dazwischen sieht man immer wieder grosse Bombenkrater. Waehrend des Vietnamkrieges war Laos das meistbombadierte Land, gemessen an der Einwohnerzahl. Im Nordosten wurden laotische Kommunisten, im Sueden der Ho-Chi-Minh-Trail bombadiert. Dies war der "geheime Krieg" der USA, denn darueber war lange Zeit nichts bekannt. Ueber 2 Mio Tonnen Sprengstoff bzw. Bomben wurden ueber Laos abgeworfen, davon seien ca. 30% nicht explodiert, gleich UXO (unexploded ordnance). Noch heute ereignen sich deswegen zahlreiche Unfaelle, wovon viele toedlich enden. Betoffen sind haeufig Kinder, aber auch Bauern, die ihre Reisfelder bearbeiten. Viele dieser Bomben sind tennisballgross und deswegen attraktiv fuer Kinder. Teilweise werden sie aber auch mit der Absicht "gesammelt" das Metall verkaufen zu koennen. Immer wieder sieht man, dass Reste von grossen Bombenbehaeltern im Alltag benutzt werden. Im Guesthouse in Phonsavan diente z.B. eine Haelfte einer laenglichen Bombe als Feuerstelle. Die Felder der Steinkruege wurden erst vor 5 Jahren von Minenraeumungs-Teams geraeumt. Die "sicheren" Wege sind markiert und sollten keinesfalls verlassen werden, denn neben den Wegen wurden nur die Bomben geraumt, die oberflaechlich lagen, aber im Boden koennte es immer noch welche haben. Laut der Organisation UXO Lao wurden erst 0,55% der nicht explodierten Bomben zerstoert. In Vientiane habe ich ein Rehabilitationszentrum besucht. Dort werden Hilfsmittel wie Prothesen, Rollstuehle hergestellt und die Betroffenen im Umgang damit geschult. Haeufig sind es Minenopfer die dort Hilfe finden, aber auch Menschen mit anderen Erkrankungen, die auf Hilfsmittel angewiesen sind. Die Leute haben aber kein Geld dafuer und so ist das Zentrum auf Spenden angewiesen. Auf www.copelaos.org koennt ihr euch darueber informieren. Fuer 5$US gibt es ein Roentgen und fuer 50$ US eine Beinprothese, das waere doch ein gutes Weihnachtsgeschenk (buy a leg for christmas)!
Von Phonsavan bin ich mit dem Minibus nach Luang Prabang gefahren (hier habe ich meine Reise vor einem Monat gestartet). Als ich die kurvige Strecke bei Tageslicht gesehen habe, hat es mich nicht verwundert, dass wir im Bus nicht schlafen konnten. Vielen wird es davon uebel, die Einheimischen oeffnen einfach das Fenster und ko*** auf die Strasse. Auch ich verspuerte einen Anflug von Reiseuebelkeit, es war jedoch nicht so schlimm. Wenn ich schon beim Thema bin, an etwas habe ich mich immer noch nicht gewoehnt, naemlich, dass immer und ueberall auf den Boden gespuckt wird! Geraeuschvoll wird es zuerst hochgewuergt, bevor es vor den Fuessen auf der Erde landet. Dies erinnert mich immer an meine Arbeit auf dem Q, an "unsere" Lungenpatienten!!! :-) Landschaftlich war es aber wunderschoen, gruene Huegel bzw. Berge soweit das Auge reicht. Am Strassenrand hatte es immer wieder kleine Doerfer, das Leben spielt sich an der Strasse ab, da es nicht eben ist. Bambushuetten reihen sich aneinander, dahinter geht es steil hinab, zwischendurch hat es auch Holzhaeuser, einzelne Steinhaeuser. In der Art der Baumaterialien sieht man, wieviel Geld die Familie wahrscheinlich hat. Je nach Gegend, hat es mehr oder weniger solide Haeuser. Erstaunlich ist, dass manche trotz Bambushuette, welche nur ein paar qm gross ist, einen Fernseher besitzen. Zu sehen ist das an der Sat.schuessel neben dem Haus.
In Luang Prabang verbrachte ich nochmals ein paar schoene Tage und genoss die touristische Infrastruktur. Ab morgen wird es einfacher und urtuemlicher, bin gespannt!
Hey Emil, merci fürds Foto ;-)
AntwortenLöschenDas tönt ja sehr abentürlech was du da erläbsch! Mir isch viu bekannt vorcho vo Indie (das mit de Holperstrasse u das d Lüt überall härespöie!) Pfui, pfui! Dini Fotos si interessant, freue mi de scho ufe Fotoabe we wider da bisch! Indie isch krass gsi, mega dräckig u d Luftverschmutzig isch ernorm gsi! So starch, dases aube im Hals u i de Ouge brönnt het! Ds Land u d Lüt si nid sehr Tourischtefründlech u die einzig schöne Plätz si die wo UNESCO-Weltkulturerbe si... Dr Taj Mahal zum Bispiu! Dä isch super gsi! Nepal het üs besser gfaue, äs isch ruhiger gsi, d Lüt fründlecher u nid so zahlrich wie ds Indie. U im Nationalpark hei mir mit de Elefante chönne bade, das het gfägt! Aber i säge dir, i ha am Schluss d Schnouze so vou gha vo denä Inder dasi mi richtig gfreut ha wider hei ds flüüge, trotz äm Schnee & dr Kälti!!! Das seit gloub rächt viu us ;-)
Auso du, häbs witerhin guet, blib gsund! Renate
...hesch fröid am adventskaländerli :-) ?!?
AntwortenLöschengruss manu
Vergisse nie z'Toerli ufztue! U daenke derbi natuerlech immer a euch. Merci no einisch viu Mau!
AntwortenLöschenhei sonja
AntwortenLöschends tönt ja aus mega cool, ws du erläbasch!!
hiä ischs rächt vrschneit im vrglich zu angerne jahr.
wäg däm umä spöiä: ha mau gläsä, ds mitm chodr di bösä geistr dr körper vrlö... (viläch si ja au üsi luftpaziäntä geistrfrei..?)
eh ja, no witrhin aus guätä u schöni wiänacht!
Meret