Sonntag, 28. November 2010

mit 2 Senior-Backpackers auf Reise

Ich melde mich wieder aus Vientiane, die Internetverbindung ist hier um einiges schneller als in der Provinz. Bevor wir Richtung Sueden fuhren, verbrachten wir hier ein paar gemuetliche Tage. Es ist zwar die Hauptstadt von Laos, doch es ist sehr uebersichtlich und gemaechlich. Zum ersten Mal hatte es groesseren Verkehr, aber es sei kein Vergleich mit anderen asiatischen Staedten. Mit einem oeffentlichen Bus machten wir uns auf den Weg suedwaerts (davor benutzten wir die etwas schnellere Touristen-Variante). Schon beim Einsteigen fielen uns die vielen Eier auf, unter jedem Sitz waren ca. 5 Eierkartons verstaut. Der Bus war so voll, dass auch Leute im Gang auf kleinen Schemeln sassen. Es ist immer wieder ein Erlebnis in einem anderen Land im lokalen Bus unterwegs zu sein. Kaum abgefahren, wird schon wieder ein Halt gemacht, Ware aufgeladen oder Leute, die noch einsteigen wollen. Manchmal stoppt der Bus alle paar hundert Meter. Steht der Bus still, schmorrt man in der Hitze, nur der Fahrtwind schafft Abhilfe. Die ganze Zeit beschallt Musik (Lao- oder Thai-Pop) den Bus, sogar mit Karaoke im TV. Zum Glueck gab es auch einen WC-Halt im Nirgendwo, alle gingen hinter die Buesche. Manchmal bevorzuge ich sogar den Busch, denn die Steh-WCs, bzw. nur das Loch im Boden auf einem laotischen WC, sind nicht besser. Unterwegs steigen immer wieder fliegende Haendlerinnen zu und verkaufen allerlei interessante Sachen. Fische, ganze Poulets, Raten und sonstiges werden auf einem Spiess gebraten angeboten, Klebreis in Saeckchen, etc. Wir begnuegten uns mit den fritierten Bananen! So fuhren wir 2 mal mehrere Stunden lang. Beim zweiten Mal mit Panne, wir kamen dank einem Ersatzbus dann doch ans Ziel.
Waehrend eines 2-taegigen Trekkings uebernachteten wir bei einer einheimischen Familie. Unser Guide sprach etwas Englisch und konnte uebersetzen. Aber die Kommunikation war trotzdem schwierig, wir haetten gerne noch mehr von der Familie erfahren. Die Familie vom Dorfchef hat gekocht und wir assen zusammen. Nach dem Essen stiessen noch andere Dorfbewohner hinzu. Es gab eine Baci-Zeremonie. Wir sassen um ein kleines Gebilde aus Bananenblaettern, geschmueckt mit Blumen, Raeucherstaebchen und weissen Faeden. Waehrend etwas gemurmelt wird (meistens gute Wuensche), bekommt man ein weisses Baendchen umgebunden. Auch wir mussten dann einzelnen Dorfbewohnern mit den Baendchen Gutes wuenschen. Das Ganze soll dazu dienen, dass die 32 (oder so) Seelen eines Menschens bei ihm bleiben oder zurueckkehren. Danach muss man die weissen Faeden 3 Tage lang tragen, und erst dann wieder aufbinden, ja nicht aufschneiden. Dies war ein eindrueckliches Erlebnis!
Haeufig werde ich gefragt, ob ich verheiratet sei und Kinder habe. Den Laoten ist die Familie sehr wichtig, mehrere Generationen leben unter einem Dach. Meine Eltern wurden immer wieder nach ihrem Alter gefragt (> 60). Laos ist ein junges Land, es gibt viel mehr junge Menschen als alte, das Durchschnittsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren.
Die letzten Tage verbrachten wir ganz im Sueden, an der Grenze zu Kambodscha, auf den 4000 Islands. Je nach Wasserstand gibt der Mekong ganz viele kleine Inselchen frei, die groesseren sind bewohnt. Es war einfach schoen und entspannend, ich haette noch lange bleiben koennen! Strom gibt es dort erst seit 2009. Jedoch wird auch dort ueberall gebaut, jeder moechte vom wachsenden Tourismus profitieren. Ich moechte nicht wissen, wie es auf dieser Insel in ein paar Jahren aussieht. Das gilt auch fuer andere Orte in Laos. Es gibt in Laos viele touristische Orte, aber das Leben ist trotzdem noch beschaulich, die Laoten nehmen es gemuetlich. (Dafuer muss man auch mal im Restaurant oder so laenger warten, das gehoert dazu).

Meine Eltern reisen nun weiter nach Kambodscha, ich flog heute nach Vientiane zurueck, ersparte mir eine 12-stuendige Busfahrt. In den naechsten Tagen werde ich wieder einige Stunden mit Busfahren verbringen. Ich werde ueber Nordlaos nach Vietnam weiter reisen. Doch zuerst muss ich hier mein Visum verlaengern, da es in ein paar Tagen ablaeuft.

Hier ist es jeden Tag schoen und um die 30 Grad warm! :-) Vermisse den Schnee (noch) gar nicht. Ich wuensche euch eine schoene vorweihnaechtliche Zeit!





Vientiane




Mekongufer














4000 Islands

4 Kommentare:

  1. tönt immer no spannend. mach witr so :-)...und gniess dwärmi... mir hän hüt -13grad gha.....
    hesch s erste törli scho ufgmacht :-)
    lg manu

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  2. das heisst übrigens MINUS 13grad......

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  3. wau 30 Grad !!! bi üs chasch öppä äs minus vor dra due. äs schneit scho wider wi verruckt. am samschtig machä mir vom huus ä schneebar :-) witerhin gueti reis u schöni, interessanti erläbnis.....
    bye, bye my schimmerzwilling !!!!

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  4. Liebi Sonja, bi chli im Verzug mit Dine Reisebrichte z'läse - isch ja u spannend, was Du da in wiiter Fernie alles erläbsch! Ds Bildli vo Dir u Dine Eltere findi genial - Du hesch ja so cooli Elterä! Liebi Grüess us em Schneepflotsch, Valérie

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