Samstag, 5. Februar 2011

The End

Nun bin ich wieder in Bangkok, wo ich vor 13 Wochen meine Reise begonnen habe. Wenn ich an alle meine Erlebnisse zurueck denke, habe ich das Gefuehl, ich sei sehr lange unterwegs gewesen. Jetzt wo meine Heimreise bevorsteht denke ich, dass die Zeit doch sehr schnell vergangen ist. Aber ich freue mich wieder nach Hause zu kommen und euch alle zu sehen!

In Siem Reap verbrachte ich fast eine Woche mit der Schweizerin Babs. Vor und nach dem 3-taegigen Tempelmarathon legten wir einen Tag Pause ein. So viele Steinhaeufen zu besichtigen macht einfach muede, vor allem bei der grossen Hitze. Aber wir haben es gemuetlich genommen, manchmal mehr gequatscht als Tempel erkundet :-). Am Schluss des ersten Tages stand Angkor Wat, der bekannteste Tempel, auf dem Programm. Ich habe schon so viele Bilder davon gesehen und grosse Erwartungen gehabt. Diese wurden dann ein wenig enttaeuscht. Ein recht grosses Geruest "stoerte" das Bild und vor allem die vielen asiatischen Tourgruppen, es gab kaum mehr ein Durchkommen. Da haben mir die kleineren Tempel besser gefallen, oder einfach diejenigen, welche wir in der groessten Mittagshitze besucht haben und dafuer praktisch fuer uns alleine hatten. Wir genossen auch die Tuktuk-Fahrten zwischen den Tempeln, vor allem am dritten Tag, als wir weiter aufs Land hinaus fuhren. So nimmt man die Umgebung realer wahr als aus dem Busfenster. Leider musste ich mich dann von meinem Tempel-Gspaendli verabschieden, Babs flog nach Laos, ich blieb noch in Kambodscha.
An meinem letzten Tag in Siem Reap war ich Blut spenden, im Kinderspital von B. Richner. Vor allem junge Reisende werden dazu aufgerufen. Die Kinder werden dort gratis behandelt, wie auch in den Kantha Bopha Spitaelern in der Hauptstadt. Eine sinnvolle Sache, dauerte auch nur kurz. Danach bekam ich sogar fuer 4 Tage Vitamin- und Eisenpillen, fand ich etwas uebertrieben, aber irgendwie doch fuersorglich.
Von Siem Reap bin ich mit dem Boot nach Battambang gefahren, ueber den Tonle Sap See und dann weiter den Fluss hinauf. Ganze 7 Stunden dauerte die Fahrt, war aber wunderschoen. Wir sahen schwimmende Doerfer, badende und winkende Kinder, fischende Menschen und viele andere Szenen aus dem Alltagsleben am Wasser. Meist wohnen die Menschen in einfachen Bambushaeusern, aber an einem Flussabschnitt hatten die Einheimischen kaum ein Dach ueber dem Kopf. Die Daecher bestanden aus Plastikplanen, wie auch die Waende, oder sie fehlten ganz, es sah aus wie in einem Slum. Das zu sehen war bedrueckend. Von den vielen Touristen im Land profitieren wahrscheinlich nur wenige und dann noch Auslaender, die Hotels besitzen.

Am naechsten Tag habe ich mit einem Motobike (inkl. Fahrer) die Gegend um Battambang erkundet. Jetzt in der Trockenzeit ist die Landschaft duerr und eher karg. Meine Eltern haben vor 2 Monaten noch die gruenen Reisfelder gesehen. Das muss schoen aussehen. Eine Fahrt mit dem Bamboo Train durfte natuerlich auch nicht fehlen. Es ist eigentlich kein richtiger Zug, nur ein Holzrahmen mit Bambusmatte auf 2 Achsen mit Motor (siehe Foto unten). Wenn sich zwei solche Gefaehrte kreuzen, muss eines von den Schienen gehoben werden, damit das andere passieren kann. Die Strecke ist nur 12km lang, also sind wir hin und zurueck gefahren, das war ein einmaliges, holperiges Erlebnis. Die meisten Fahrgaeste waren Touristen.

Weiter nach Phnom Penh bin ich mit dem Bus gefahren. In der Hauptstadt habe ich mich mit der geschichtlichen Vergangenheit des Landes auseinandergesetzt. Kambodscha wurde waehrend des Vietnamkrieges heftig bombadiert (v.a. der Osten), doch danach folgte die Schreckensherrschaft der Khmer Rouge. Fast die ganze Ellite des Landes wurde ermordet, inkl. Aerzte, Lehrer, politische Gegner. Die Menschen aus Phnom Penh wurden gezwungen auf dem Land als Bauern zu leben. Ein Viertel der Bevoelkerung wurde umgebracht oder starb wegen den schlimmen Lebensbedingungen. Das Land erholte sich nur langsam davon. Erst seit Anfang der 90er Jahre herrscht einigermassen "Frieden". Ich besuchte das Tuol Sleng Museum (ehemaliges Foltergefaengnis) und die Killing Fields. Die Eindruecke dort werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Besonders fesselnd war das Buch "first they killed my father" von Loung Ung, sie beschreibt wie ihre Familie fluechten musste und nur teilweise ueberlebt hat.
Phnom Penh ist heute eine sehr lebendige Stadt und hat mir gefallen. Ich verbrachte dort meine letzten Tage in Kambodscha. Von Phnom Penh bin ich nach Bangkok geflogen und lasse hier meine Reise nun gemuetlich ausklingen.
Bis bald in der kalten Schweiz! Wer Lust und Zeit hat, kann gerne mit mir Skifahren kommen, ich habe noch 3 Wochen Ferien! :-)


im Tempel-Fieber



Angkor Wat



Strassenstand in Siem Reap



Cambodian BBQ inkl. Schlange und Krokodil!




Bootsfahrt nach Battambang






Bamboo Train

Phnom Penh