Sonntag, 23. Januar 2011

Straaand!

Die letzten 10 Tage verbrachte ich am Strand, zuerst auf Phu Quoc (Vietnam) und danach in Sihanoukville (Kambodscha).

Die Insel Phu Quoc hat die schoensten Straende von Vietnam! Sie liegt bereits im thailaendischen Golf und das Meer ist viel ruhiger und klarer als an der vietnamesischen Kueste. Nach 2 Monaten reisen genoss ich das Strandleben sehr! Besonders die Ruhe nach dem hektischen Saigon. Es gibt hauptsaechlich kleine Resorts und Hotels, noch keine grossen Bunker, die meisten Strassen sind ungeteert, rote, sandige Holperpisten.

Von der Insel ging es mit dem Boot ans Festland, von dort mit dem Bus ueber die Grenze nach Kambodscha. Erst seit diesem Jahr gibt es einen Busservice direkt nach Sihanoukville, was sehr praktisch war. Ich hatte mich schon auf diverse Taxifahrten eingestellt. Nach den ruhigen Tagen auf Phu Quoc war hier die Hoelle los. Am Strand hatte man keine ruhige Minute, staendig wurden Massagen, Pedicure und Manicure angeboten, plus div. Souvenir- und Snackverkaeufer. Dazwischen hatte es auch immer wieder Bettler. Es sind schon krasse Gegensaetze, auf der einen Seite das Partyvolk und daneben Bettler. Trotzdem gefaellt mir Kambodscha, es ist aehnlich wie Laos.

Ausserhalb von Sihanoukville gibt es wunderschoene, ruhigere Straende, auch auf den vorgelagerten Inseln. Auf einem Bootsausflug besuchten wir eine von diesen Inseln. Es wurde eine Bach-Wanderung angeboten, was sich als Gang durch einen braunen Tuempel erwies, mehr einer Lagune gleich. Es ekelte uns alle, doch der Guide ging voran und wir mehr oder weniger schnell hinterher. Der Boden war schlammig. Nur weil der Bootsbesitzer gesagt hatte, das Wasser sei sauber (keine Billharziose-Gefahr oder so) sind wir ueberhaupt mitgegangen. Sonst waere keiner von uns auf diese Idee gekommen! Ploetzlich fiel etwas von einem Baum ins Wasser, ich sah nur noch die Wasserspritzer. Wir dachten alle, es waere eine Schlange gewesen, doch niemand wusste es genau. Erst zurueck am Strand erfuhren wir, dass da wirklich eine Schlange ins Wasser gefallen war. Zum Glueck, sonst waere sicher Panik ausgebrochen!

Gestern fuhr ich mit dem Bus ueber Phnom Penh nach Siem Reap, eine 11-stuendige Fahrt. An einem Marktstand unterwegs gab es grillierte Vogelspinnen zu kaufen, neben anderen interessanten Insekten. Zurueck im Bus beginnt meine Sitznachbarin genuesslich ihren eben erst gekauften Snack zu verspeisen. Es sah aus wie gegrillte Kakerlaken, waren wahrscheinlich irgendwelche Kaefer. Ich schaute ihr nur eine Sekunde zu und schon bot sie mir einen ihrer Leckerbissen an. Ich konnte mich jedoch nicht zu einer Degustation ueberwinden. Ich war nur froh, hatte sie nicht die Vogelspinnen gekauft, sonst haette es mich schon von meinem Sitz aus "gruuset" :-). Doch die knackenden Geraeusche aus ihrem Mund waren auch nicht so angenehm, da hoerte ich lieber Musik!
In Siem Reap traf ich eine Schweizerin, welche ich auf Phu Quoc kennen gelernt habe. Zusammen starten mir morgen den Tempel-Marathon, Angkor Wat!




Phu Quoc






Zmittag






vollbeladen an der Grenze



Sihanoukville











eklige Wanderung im Tuempel

Montag, 10. Januar 2011

Easy Riding Vietnam

Gestern bin ich von meiner 7-taegigen Easy Rider-Tour zurueck gekommen. Es war das Beste, was ich bisher auf meiner Reise erlebt habe!!! Ich habe so viel ueber das Land (Vietnam) und seine Bewohner erfahren, kein Vergleich zu den Wochen davor.

Nach der Silvesterparty in Mui Ne bin ich am naechsten Tag nach Dalat gefahren, liegt in den Central Highlands. Das Klima ist angenehm, nachts eher etwas kuehl. Dalat und Umgebung werden haeufig als "der Garten" Vietnams bezeichnet, ueberall werden Gemuese und Fruechte angebaut. Ich bin aber nicht deswegen nach Dalat gegangen, sondern, um eventuell eine Tour mit einem Easy Rider zu machen. Zu Beginn meiner Zeit in Vietnam konnte ich mir einen solchen Trip nicht vorstellen, doch je weiter ich nach Sueden reiste, desto ueberzeugter war ich, dass ich noch eine andere Seite des Landes kennen lernen moechte. Die Haupttouristenroute fuehrt der Kueste entlang, ich hatte fast nur groessere Orte besucht. Ueberall wird gebaut und man bekommt ein einigermassen fortschrittliches Vietnam zu sehen.
Kaum in Dalat angekommen wurde ich schon von einem sogenannten Easy Rider abgefangen. Er half mir bei der Suche nach einer Unterkunft, dies war eine erste kurze Probefahrt. Ich bin gleich an einen orginalen Rider geraten, denn viele nennen sich Easy Rider, doch die Richtigen sind in einem Club organisiert (Dalat Easy Rider). Da ich alleine unterwegs war, wollte ich auf Nummer sicher gehen und die Tour mit einem "serioesen" Fahrer machen. Ich glaube aber, dass es auch unter den nicht "Echten" gute Guides gibt. Der Fahrer war mir gleich sympathisch und so habe ich fuer den naechsten Tag eine 1-Tagestour in die Umgebung von Dalat gebucht. Ich war mir noch nicht sicher, ob mir das ueberhaupt gefallen wuerde, bzw. ob ich mich auf dem Motorrad wohl fuehlen wuerde. Auf dem Weg von Mui Ne nach Dalat fuhren wir 3x an Unfaellen mit Mopeds vorbei, dass hat mich etwas beunruhigt. Am naechsten Tag stand dann aber ein anderer Fahrer vor meinem Hotel, was mich sehr verwunderte. Doch, wie sich spaeter heraus stellte, war dies ein Gluecksfall fuer mich! Hong ist seit 18 Jahren dabei, so lange wie es die Dalat Easy Riders schon gibt, also ein alter Hase im Geschaeft. Schon nach der ersten Viertelstunde waren meine Bedenken wie weggeblasen, ich fuehlte mich sehr sicher mit ihm. Die Tagestour war ein voller Erfolg und so einigte ich mich mit ihm auf eine 4-taegige Tour, von Dalat in die Central Highlands und dann weiter nach Saigon. Er fuhr sehr sicher und kompetent, auf den kurvigen Strassen kann gar nicht so schnell gefahren werden. Immer wieder hielten wir unterwegs an, er zeigte mir so viele Dinge, da kann ich gar nicht alles aufschreiben, z.B. Seidenraupenfarm, versch. Obst-, Pfeffer-, Gemuese-, Kaffeplantagen, geschichtstraechtige Orte, Wasserfaelle etc. Wir besuchten auch viele Einheimische, die gerade bei der Arbeit waren, und Produkte wie Tofu, Reisblaetter, Ziegelsteine, Kautschuk, Tontoepfe herstellten. Die Menschen waren sehr freundlich und interessiert, Hong fand immer einen guten Draht zu ihnen. So hatte ich quasi meinen privaten Uebersetzer. Sie wollten immer wissen, warum ich alleine reise, ob ich verheiratet sei, mein Alter und Beruf. Haeufig leben sie in sehr einfachen Verhaeltnissen und koennen knapp davon leben, was sie produzieren. So hatte ich einen Einblick in das richtige Leben vieler Vietnamesen. Auch konnte ich meinem Fahrer alle jene Fragen ueber das Land stellen, die mir waehrend meiner Reise gekommen sind. Er war selber im Vietnamkrieg dabei (auf der Seite der Suedvietnamesen bzw. Amerikaner) und konnte mir sehr viel aus dieser Zeit erzaehlen. Wir fuhren teils durch karge Gegenden, es wuchsen nur Gras und ein paar Buesche auf den Huegeln, wo vor dem Krieg ueberall dichter Dschungel war. Doch wegen dem Einsatz des Giftes "Agent Orange" und des spaeteren Holzschlags ist nicht mehr viel primaerer Wald uebrig.
Auch kulinarisch war die Tour sehr interessant! Wir assen immer in kleinen lokalen Strassenrestaurants, das heisst, es gab immer Reis, Fleisch, Gemuese und Suppe. So lernte ich die wirkliche vietnamesische Kueche kennen, und die war echt lecker. Naja, bis auf die halbe Ente, die wir an einem Abend gekauft haben. Aber auf die Frage, ob ich gerne Ente habe, konnte ich nur sagen, dass ich es einmal vor ca. 15 Jahren probiert habe. So kam ich also in den Genuss, nochmals Ente zu essen, ich habe es aber immer noch nicht gerne! Auch sonst bin ich nicht so ein Fleischfan, doch auf so einer Reise wachse ich in dieser Beziehung immer ueber mich hinaus :-).
Schon nach den ersten 2 Tagen wusste ich, dass ich meine Tour verlaengern moechte. Aus den zwei zusaetzlichen Tage fuer ins Mekongdelta wurden schliesslich 3. Trotz den teils langen Fahrten genoss ich diese Art von reisen sehr. Es war einfach herrlich hinten auf dem Motorrad zu sitzen und Land und Leute zu beobachten. Alles ist viel intensiver als auf einer Busfahrt, wo ich meistens einschlafe. Hong hat immer gemerkt, wann es Zeit fuer eine Pause war, oder er hat mich ein paar hundert Meter laufen lassen, danach war ich wieder fit. Am vierten Tag konnte ich die beruehmten Cu Chi-Tunnel besichtigen. Ich war gar nicht mehr an die Massen von Touristen gewoehnt und war froh, als ich wieder "meine Motorradtour" fortsetzen konnte.
Im Mekongdelta besuchten wir einen Freund von Hong. Auf dem Markt kauften wir noch lebende Riesenshrimps und Krebse zum Abendessen. Sein Freund hat diese dann fuer uns zubereitet, es war koestlich.
Auf der Rueckfahrt nach Saigon benutzten wir den Highway. Sonst fuhren wir meist auf Nebenstrassen, ohne viel Verkehr. Doch mittlerweile habe ich mich auch an den Verkehr, die Abgase und den Laerm auf der Strasse gewoehnt, es stoerte mich gar nicht. Ich fuehlte mich dermassen sicher hinten auf meinem Platz, vertraute meinem Fahrer voll und ganz. Auch im Delta sahen wir immer wieder Unfaelle mit Mopeds. Eigentlich ist es nicht verwunderlich, wenn man die vielen Zweiraeder sieht, haeufig haben die gar keinen Fuehrerschein und rasen wie die Irren, bzw. wagen riskante Ueberholmanoever. Doch nicht so mein Easy Rider, der war wirklich ein Profi.
Die 7 Tagen vergingen wie im Flug. Ich haette problemlos noch lange so weiter fahren koennen, denn fuer mich war es kein Stress. Ich musste mich um nichts kuemmern, weder um ein Hotel, das Essen noch die Reiseroute. Es war wie eine Woche "Baendeli-Ferien" (= all-inklusiv-Ferien) :-). Zudem hatte ich einen sehr netten und zuvorkommenden Begleiter. In Saigon angekommen, mitten im Backpackerviertel, musste ich mich zuerst an den ganzen Trubel gewoehnen. Heute morgen konnte ich zwar ausschlafen, doch ich vermisste meinen Fahrer uns sein Gefaehrt. Es war eine einmalige Zeit, wie eine separate Reise auf meiner Reise.
Apropos schlafen, es ist meist sehr laut in Vietnam (Verkehr, Gehupe, Karaoke), doch auf meiner Tour habe ich ein paar sehr ruhige Naechte erlebt, welch eine Wohltat. Auch wird man am fruehen Morgen haeufig vom Staatsradio geweckt, Lautsprecher beschallen die Strassen mit Propaganda, und das um 5 oder 6 Uhr!
Saigon, heisst heute Ho-Chi-Minh-City, ist ganz anders als Hanoi. Es ist viel moderner als die Hauptstadt, auch groesser. Es gefaellt mir eigentlich hier, doch uebermorgen fliege ich auf die Insel Phu Quoc. So langsam muss ich weiter, ich will ja noch nach Kambodscha.


Ich kann eine Fahrt mit einem Easy Rider nur waermstens empfehlen, auf der Seite http://www.dalat-easyrider.com/ findet ihr mehr Informationen dazu. Es ist nicht ganz billig, doch es lohnt sich sehr!!!




Silvester-Beachparty


mein Easy Rider Hong


Central Highlands


Kautschukgewinnung und -produktion



Tofu, handmade


arme "Sau"

Mittagessen





Faehren, Mekongdelta


unser Abendessen




schwimmender Markt


in Saigon bzw. Ho-Chi-Minh-City