Ich melde mich wieder aus Vientiane, die Internetverbindung ist hier um einiges schneller als in der Provinz. Bevor wir Richtung Sueden fuhren, verbrachten wir hier ein paar gemuetliche Tage. Es ist zwar die Hauptstadt von Laos, doch es ist sehr uebersichtlich und gemaechlich. Zum ersten Mal hatte es groesseren Verkehr, aber es sei kein Vergleich mit anderen asiatischen Staedten. Mit einem oeffentlichen Bus machten wir uns auf den Weg suedwaerts (davor benutzten wir die etwas schnellere Touristen-Variante). Schon beim Einsteigen fielen uns die vielen Eier auf, unter jedem Sitz waren ca. 5 Eierkartons verstaut. Der Bus war so voll, dass auch Leute im Gang auf kleinen Schemeln sassen. Es ist immer wieder ein Erlebnis in einem anderen Land im lokalen Bus unterwegs zu sein. Kaum abgefahren, wird schon wieder ein Halt gemacht, Ware aufgeladen oder Leute, die noch einsteigen wollen. Manchmal stoppt der Bus alle paar hundert Meter. Steht der Bus still, schmorrt man in der Hitze, nur der Fahrtwind schafft Abhilfe. Die ganze Zeit beschallt Musik (Lao- oder Thai-Pop) den Bus, sogar mit Karaoke im TV. Zum Glueck gab es auch einen WC-Halt im Nirgendwo, alle gingen hinter die Buesche. Manchmal bevorzuge ich sogar den Busch, denn die Steh-WCs, bzw. nur das Loch im Boden auf einem laotischen WC, sind nicht besser. Unterwegs steigen immer wieder fliegende Haendlerinnen zu und verkaufen allerlei interessante Sachen. Fische, ganze Poulets, Raten und sonstiges werden auf einem Spiess gebraten angeboten, Klebreis in Saeckchen, etc. Wir begnuegten uns mit den fritierten Bananen! So fuhren wir 2 mal mehrere Stunden lang. Beim zweiten Mal mit Panne, wir kamen dank einem Ersatzbus dann doch ans Ziel.
Waehrend eines 2-taegigen Trekkings uebernachteten wir bei einer einheimischen Familie. Unser Guide sprach etwas Englisch und konnte uebersetzen. Aber die Kommunikation war trotzdem schwierig, wir haetten gerne noch mehr von der Familie erfahren. Die Familie vom Dorfchef hat gekocht und wir assen zusammen. Nach dem Essen stiessen noch andere Dorfbewohner hinzu. Es gab eine Baci-Zeremonie. Wir sassen um ein kleines Gebilde aus Bananenblaettern, geschmueckt mit Blumen, Raeucherstaebchen und weissen Faeden. Waehrend etwas gemurmelt wird (meistens gute Wuensche), bekommt man ein weisses Baendchen umgebunden. Auch wir mussten dann einzelnen Dorfbewohnern mit den Baendchen Gutes wuenschen. Das Ganze soll dazu dienen, dass die 32 (oder so) Seelen eines Menschens bei ihm bleiben oder zurueckkehren. Danach muss man die weissen Faeden 3 Tage lang tragen, und erst dann wieder aufbinden, ja nicht aufschneiden. Dies war ein eindrueckliches Erlebnis!
Haeufig werde ich gefragt, ob ich verheiratet sei und Kinder habe. Den Laoten ist die Familie sehr wichtig, mehrere Generationen leben unter einem Dach. Meine Eltern wurden immer wieder nach ihrem Alter gefragt (> 60). Laos ist ein junges Land, es gibt viel mehr junge Menschen als alte, das Durchschnittsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren.
Die letzten Tage verbrachten wir ganz im Sueden, an der Grenze zu Kambodscha, auf den 4000 Islands. Je nach Wasserstand gibt der Mekong ganz viele kleine Inselchen frei, die groesseren sind bewohnt. Es war einfach schoen und entspannend, ich haette noch lange bleiben koennen! Strom gibt es dort erst seit 2009. Jedoch wird auch dort ueberall gebaut, jeder moechte vom wachsenden Tourismus profitieren. Ich moechte nicht wissen, wie es auf dieser Insel in ein paar Jahren aussieht. Das gilt auch fuer andere Orte in Laos. Es gibt in Laos viele touristische Orte, aber das Leben ist trotzdem noch beschaulich, die Laoten nehmen es gemuetlich. (Dafuer muss man auch mal im Restaurant oder so laenger warten, das gehoert dazu).
Meine Eltern reisen nun weiter nach Kambodscha, ich flog heute nach Vientiane zurueck, ersparte mir eine 12-stuendige Busfahrt. In den naechsten Tagen werde ich wieder einige Stunden mit Busfahren verbringen. Ich werde ueber Nordlaos nach Vietnam weiter reisen. Doch zuerst muss ich hier mein Visum verlaengern, da es in ein paar Tagen ablaeuft.
Hier ist es jeden Tag schoen und um die 30 Grad warm! :-) Vermisse den Schnee (noch) gar nicht. Ich wuensche euch eine schoene vorweihnaechtliche Zeit!
Sonntag, 28. November 2010
Sonntag, 14. November 2010
Sabai dii aus Laos
Nach einer Nacht in Bangkok bin ich weiter nach Luang Prabang in Laos geflogen. Da ich wegen den Überschwemmungen in Thailand nicht wusste, wie der Zustand der Strassen im Nordosten aussieht, habe ich meine Eltern früher als geplant in Laos getroffen.
In Luang Prabang habe ich mich sofort wohl gefühlt. Angenehmes Klima, übersichtliche Stadt, alte Tempel, Mönche, teils etwas verfallene Häuser aus der Zeit der französischen Kolonialherrschaft, Märkte mit feinen Früchten, Gemüse, exotischen Waren wie Fröschen und anderen Krabbeltieren. Und natürlich die Lage am Mekong, perfekt um sich aufs Reisen einzustimmen.
Nach ein paar Tagen sind wir mit dem Bus ins Backpacker-Mekka Vang Vieng gefahren. Für die 230 km brauchten wir 6 Stunden, dank den vielen Kurven und Bergen. Die Lage ist idyllisch, an einem Fluss gelegen und am Rande von Kalksteinfelsen. Nur das Dorf selber ist alles andere als gemütlich. Restaurants und Bars reihen sich aneinander, überall werden Folgen der TV-Serie "Friends" gezeigt. Eine der Hauptattraktionen ist "tubing". Mit einem alten LKW-Reifen kann man sich den Fluss hinunter treiben lassen und unterwegs laden immer wieder Bars zum Verweilen ein. Wir paddelten mit dem Kajak den Fluss hinab, teilweise blieben wir nur knapp nicht stecken, da der Fluss nur wenig Wasser führte.
Ein Höhlenausflug durfte natürlich auch nicht fehlen. Auf einem Reifen ging es in die 300m lange Höhle hinein, der Eingang nur ca. 1m hoch. An einem Seil mussten wir uns vorwärts ziehen, dann ein kurzes Stück gebückt durch das Wasser laufen, bevor es weiter ging mit paddeln. Ohne Stirnlampen wäre es stockdunkel gewesen. Etwas mulmig war mir schon zumute, denn so schnell konnte man nicht zurück. Nur nicht überlegen, was passieren würde, wenn ein Unwetter kommt und der Bach anschwillt! Mit den Füssen im Ring des Vordermanns eingehackt, paddelten wir bis ans Ende. Der Führer fand zum Glück den Weg zurück mit uns. Nach einer Stunde waren wir wieder am Tageslicht, ein wenig zitternd vom kalten Wasser. Es hat sich aber gelohnt, war sehr eindrücklich.
Mit einem billig aussehenden Velo erkundeten wir die Gegend. Die Velos mussten einiges aushalten, die Strasse war steinig, staubig und alles andere als angenehm zu fahren. Die Landschaft aber war wunderschön, kleine Dörfer, Reisfelder und im Hintergrund die grünen Kalksteinfelsen. Die Laoten auf dem Land leben sehr einfach, teils nur in kleinen Bambushütten. Sie sind sehr freundlich und grüssen mit einem "sabai-dii" (hallo). Ein Mädchen hat mir etwas zugerufen und setzte sich kurzerhand hinten auf mein Velo (anstatt eines Gepäckträgers hatte es einen einfachen Sitz zum mitfahren). Von einem Bub bekam ich ein klebriges Smarties angeboten, als ich ihm hallo sagte.
Nun sind wir in Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mekongs liegt Thailand. Ich begleite meine Eltern noch bis in den Süden von Laos und werde dann wieder zurück nach Vientiane kommen.
Das war ein erster Bericht aus Laos. Ich habe mich sehr schnell wieder an den Reisealltag gewöhnt und geniesse es!
Liebe Grüsse, Sonja
In Luang Prabang habe ich mich sofort wohl gefühlt. Angenehmes Klima, übersichtliche Stadt, alte Tempel, Mönche, teils etwas verfallene Häuser aus der Zeit der französischen Kolonialherrschaft, Märkte mit feinen Früchten, Gemüse, exotischen Waren wie Fröschen und anderen Krabbeltieren. Und natürlich die Lage am Mekong, perfekt um sich aufs Reisen einzustimmen.
Nach ein paar Tagen sind wir mit dem Bus ins Backpacker-Mekka Vang Vieng gefahren. Für die 230 km brauchten wir 6 Stunden, dank den vielen Kurven und Bergen. Die Lage ist idyllisch, an einem Fluss gelegen und am Rande von Kalksteinfelsen. Nur das Dorf selber ist alles andere als gemütlich. Restaurants und Bars reihen sich aneinander, überall werden Folgen der TV-Serie "Friends" gezeigt. Eine der Hauptattraktionen ist "tubing". Mit einem alten LKW-Reifen kann man sich den Fluss hinunter treiben lassen und unterwegs laden immer wieder Bars zum Verweilen ein. Wir paddelten mit dem Kajak den Fluss hinab, teilweise blieben wir nur knapp nicht stecken, da der Fluss nur wenig Wasser führte.
Ein Höhlenausflug durfte natürlich auch nicht fehlen. Auf einem Reifen ging es in die 300m lange Höhle hinein, der Eingang nur ca. 1m hoch. An einem Seil mussten wir uns vorwärts ziehen, dann ein kurzes Stück gebückt durch das Wasser laufen, bevor es weiter ging mit paddeln. Ohne Stirnlampen wäre es stockdunkel gewesen. Etwas mulmig war mir schon zumute, denn so schnell konnte man nicht zurück. Nur nicht überlegen, was passieren würde, wenn ein Unwetter kommt und der Bach anschwillt! Mit den Füssen im Ring des Vordermanns eingehackt, paddelten wir bis ans Ende. Der Führer fand zum Glück den Weg zurück mit uns. Nach einer Stunde waren wir wieder am Tageslicht, ein wenig zitternd vom kalten Wasser. Es hat sich aber gelohnt, war sehr eindrücklich.
Mit einem billig aussehenden Velo erkundeten wir die Gegend. Die Velos mussten einiges aushalten, die Strasse war steinig, staubig und alles andere als angenehm zu fahren. Die Landschaft aber war wunderschön, kleine Dörfer, Reisfelder und im Hintergrund die grünen Kalksteinfelsen. Die Laoten auf dem Land leben sehr einfach, teils nur in kleinen Bambushütten. Sie sind sehr freundlich und grüssen mit einem "sabai-dii" (hallo). Ein Mädchen hat mir etwas zugerufen und setzte sich kurzerhand hinten auf mein Velo (anstatt eines Gepäckträgers hatte es einen einfachen Sitz zum mitfahren). Von einem Bub bekam ich ein klebriges Smarties angeboten, als ich ihm hallo sagte.
Nun sind wir in Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mekongs liegt Thailand. Ich begleite meine Eltern noch bis in den Süden von Laos und werde dann wieder zurück nach Vientiane kommen.
Das war ein erster Bericht aus Laos. Ich habe mich sehr schnell wieder an den Reisealltag gewöhnt und geniesse es!
Liebe Grüsse, Sonja
Mittwoch, 3. November 2010
Bye bye
Morgen startet meine Reise nach Südostasien. Bangkok ist der Beginn und Endpunkt, dazwischen werde ich durch die Mekongregion reisen (Laos, Vietnam, Kambodscha). Anfang Februar bin ich voraussichtlich wieder zurück.
Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und hoffentlich viel Schnee! :-)
Sonja
Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und hoffentlich viel Schnee! :-)
Sonja
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