Freitag, 31. Dezember 2010

Happy New Year!

Ich wuensche euch allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Den Jahreswechsel verbringe ich im Sueden von Vietnam, in Mui Ne. Seit 3 Wochen bin ich nun schon in diesem Land und ich habe mich langsam an den Verkehr, den Laerm und an die geschaeftigen Verkaeufer gewoehnt.

Meine 2-Tagestour in die Halong Bay war sehr schoen. Von der Insel Cat Ba aus startete unser Boot mit sechs Touristen und zwei Besatzungsmitgliedern an Bord. Verglichen mit den luxurioesen Schiffen war unser Boot klein und einfach, doch dadurch konnten wir auch kleinere Buchten ansteuern und waren fuer uns allein. An beiden Tagen hatten wir die Gelegenheit die Gegend mit dem Kajak zu erkunden. Durch die schoenen Karstfelsen zu paddeln war wirklich der Hit. Wieder einmal erkundeten wir eine Hoehle, ausgeruestet mit einer spaerlichen Taschenlampe. Unser Guide, der auf dem Boot geblieben ist, hatte uns nur gesagt, dass wir uns rechts halten sollen und nach 20m kaeme dann ein See. Es war stockfinster und wir sahen nicht viel. Doch wir fanden den Weg durch die Dunkelheit und erreichten eine kleine Lagune. Abends wurde es sehr kalt, auch fehlte auf einer Seite des Bootes ein Fenster. Es gab nur einen Rollladen, der etwas schuetzte. Eingepackt in Decken hatten wir aber trotzdem einigermassen warm (ich dank den Odlo-Hosen meiner Mutter, vielen Dank nochmals :-)) Am naechsten Tag wagten wir sogar den Sprung ins Wasser, es war gar nicht so kalt wie befuerchtet. Sonst sassen wir meist mit Jacken und Schal draussen, wegen dem frischen Wind.


links drei daenische Schwestern, rechts die Argentinier und ich

Zurueck auf dem Festland fuhr ich mit dem Nachtbus nach Hue. Nach 15 Stunden kam ich in der frueheren Kaiserstadt an. Ich konnte kaum einen Schritt gehen ohne staendig angesprochen zu werden, "hello, cyclo?" "hello, motorbike?" hoerte ich alle 2m.

Hue

Von Hue bis Hoi An teilte ich mit einem Deutschen ein Privatauto. Ich wollte unbedingt ueber den Wolkenpass fahren, die Busse nehmen alle die Route durch den Tunnel. Der Pass war ganz nett, aber nichts Besonderes. Kurz vor Hoi An legten wir einen Stopp am beruehmten China Beach ein und besichtigten die Marble Mountains.

Ueber Weihnachten war ich ein paar Tage in Hoi An. Die Alstadt mit den vielen niedrigen, zweistoeckigen Haeusern ist Unesco-Weltkulturerbe. Daneben ist die Stadt fuer die vielen Schneidereien bekannt, ein Geschaeft reiht sich an das Andere. Ein wahres Shoppingparadies! Man kann sich einfach alles schneidern lassen. Als ich mich dazu entschieden habe, ein Paket nach Hause zu senden, gab es fuer mich kein Halten mehr. Jetzt bin ich ausgeruestet mit Sommerkleidern, Jacken, Roecken, etc. Zwischendurch war relaxen am nahen Strand angesagt, denn von Schneiderei zu Schneiderei zu rennen bzw. fahren (mit dem Velo) war anstrengend!
Am Abend brennen ueberall bunte Lampions und verleihen eine besondere Stimmung. Jetzt zu Weihnachten standen auch viele glitzernde Plastikweihnachtsbaeume und in den Restaurants spielten sie Weihnachstlieder. Doch ich war nicht wirklich in Weihnachtsstimmung, dafuer war es einfach zu warm :-). Weihnachten verbinde ich mit Schnee und Kaelte. Ich habe immer wieder "alte Bekannte" getroffen, die ich teils auch noch von Laos her kannte. Es wimmelte nur so von Touristen, dies beeintraechtigte die Schoenheit von Hoi An aber keineswegs.


Hoi An, tags und nachts

Marktfrauen

Von Hoi An fuhren nur Nachtbusse weiter in den Sueden. Ich wollte aber tagsueber fahren um etwas von der Landschaft zu sehen. Eine halbe Stunde von Hoi An entfernt liegt Danang. Von dort bis Nha Trang bin ich mit dem Zug gefahren. Es war eine willkommene Abwechslung zu den Busfahrten, im Zug kann man viel besser lesen und es wird weniger gekotzt! :-) Endlich sah ich sie, die gruenen Reisfelder. Denn im Norden ist der Reis schon geerntet und die schlammigen Felder sind alle braun. Nach einer Nacht in Nha Trang ging es aber schon weiter mit dem Bus, mein Ziel war Mui Ne, 5 Stunden suedlich von Nha Trang. Frueher ein kleines Fischerdorf, heute reihen sich Hotelanlagen und Restaurants entlang des langen Sandstrandes. Wegen des Windes auch ein bei Kitesurfern beliebtes Gebiet. Die Kitesurfer tummeln sich am westlichen Strandabschnitt, mein kleines Hotel ist weiter oestlich. Leider ist dort kaum mehr Strand uebrig, es hat alles weggespuelt, doch ein Pool mit Blick auf das Meer reicht auch. Ganz in der Naehe von Mui Ne gibt es wunderschoene weisse und rote Sandduenen. Mit zwei Englaenderinnen ging ich auf eine Jeep-Tour zu den Duenen, wir wollten dort den Sonnenaufgang sehen. Doch wegen den vielen Moskitos in der Morgendaemmerung war dies kein Genuss!

Hafen von Mui Ne


So, jetzt werde ich gleich in den Pool springen und den Nachmittag ueber nur faulenzen :-). Bis im naechsten Jahr!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Frieren in Nordvietnam

Seit einer Woche bin ich nun in Vietnam, es ist kalt und regnet haeufig! Aber zuerst noch ein paar Zeilen von meinen letzten wunderschoenen Tagen in Laos.

Die Flussfahrt auf dem Nam Ou von Luang Prabang Richtung Norden war ein schoener Abschluss meiner Laos-Reise. In einem kleinen Holzboot mit schmalen Holzbaenken ging es 7 Stunden stromaufwaerts. Zuerst eine Stunde auf dem Mekong, spaeter auf dem Nam Ou. Gluecklicherweise waren wir nur eine handvoll Leute an Bord, so konnten wir unsere Beine etwas strecken, sonst waere es eine qualvolle Fahrt gewesen. Schon nach 4 Stunden wusste ich naemlich nicht mehr, wie ich sitzen sollte, jede Position war unbequem. Die flussabwaertsfahrenden Boote hatten so viele Leute geladen, dass diese wie in einer Sardinenbuechse sassen. Der Laerm des kleinen Motors war gross, nach halber Fahrt musste ich Ohrenstoepsel benutzen, hatte ein Brummen in den Ohren wie nach einem Discobesuch. Aber die Landschaft entschaedigte fuer alle Strapazen. Schoene gruene Huegel, Karstberge und Dorfbewohner, die am Flussufer ihrer taeglichen Arbeit nachgehen. Waesche waschen, sich selbst waschen, Algen sammeln, fischen, Kinder, die baden und winken. Umgeben von dieser Idylle verbrachte ich ein paar Naechte in einem kleinen Ort, hatte einen Bungalow (inkl. Ratte) mit Blick auf den Fluss und die Berge. Mit meinen Bungalownachbarn wanderte ich durch das Hinterland. Ich haette gut noch eine Weile bleiben koennen, doch es fuhr nicht taeglich ein Boot weiter hinauf. Es hatte eine Liste, wo man sich eintragen konnte und so waren wir dann 7 Personen, die sich das Boot teilten.
Der zweite Teil der Strecke war nur zu Beginn noch schoen gruen, danach sah man mehr abgeholzte Huegel oder Kautschukplantagen. Nach 5 Stunden Fahrt erreichten wir den Ort Muang Khoua. Am naechsten Morgen, es war noch stockdunkel, versammelten sich ein paar Einheimische und 5 Touris am Fluss, der Bus fuhr auf der gegenueberliegenden Seite ab. Doch es tat sich vorerst mal nichts. Nur kurz sahen wir das Licht einer Taschenlampe. Kurz vor 6 kam dann ein kleines Boot und brachte uns auf die andere Seite. Die Fahrt mit dem vollgepackten Bus dauerte etwa 6 Stunden bis nach Dien Bien Phu in Vietnam.

In Dien Bien Phu, dem ersten groesseren Ort nach der Grenze, merkten wir sehr schnell, dass wir nicht mehr in Laos sind. Verkehr, Laerm, nicht mehr so freundliche Menschen und leider auch Regen. Der erste Eindruck von Vietnam war nicht gerade berauschend. Ich war in dieser Zeit mit einem argentinischen Paar unterwegs. Eigentlich wollte ich direkt nach Hanoi fahren, doch ich schloss mich den Argentiniern an und so stiegen wir am naechsten Tag wieder in einen kleinen Bus ein. Ueber 10 Stunden dauerte die Fahrt durch die Berge und Huegel Nordvietnams. Regen und Nebel truebten die Aussicht. In Lao Cai angekommen hatten wir keinen Anschlussbus mehr, so fuhren wir mit dem Taxi die letzte Stunde nach Bac Ha. Der Ort ist fuer seinen Sonntagsmarkt beruehmt, wir erreichten ihn am Samstagabend. Die lange Reise hat sich aber sehr gelohnt! Es war ein sehr farbenpraechtiger Markt, ein riesiges Getuemmel, Durcheinander, Essensstaende, Viehverkauf, ein paar Souvenirstaende, etc. Aus den umliegenden Doerfern kommen viele Einheimische auf den Markt, die Frauen haeufig in ihren farbigen Gewaendern. Ein sehr eindrueckliches Erlebnis. Nur die zu Beginn etwas aggressiven Souvenirverchaeufer waren muehsam. Bei schoenem Wetter koennte man Wanderungen unternehmen, doch wir fuhren zurueck nach Lao Cai und nahmen den Nachtzug nach Hanoi. Eigentlich waren alle Zuege ausgebucht, doch ploetzlich tauchten doch noch 3 Tickets auf, nach langem hin und her. Wir hatten einen einigermassen bequemen Sitz, doch das Wagondach war etwas undicht. Schon vor der Abfahrt tropfte es durchs Dach, der Sitz neben mir und die Reihe hinter mir waren ganz nass. Ich zog meine Regenjacke an und amuesierte mich uber die Asiaten (Touris oder Einheimische), die spannten naemlich Regenschirme auf. An Schlaf war nicht gross zu denken, es war ein staendiges Kommen und Gehen, zwischendurch wurde wieder der Boden getrocknet. Die Passagiere hinter mir konnten spaeter in einen anderen Wagen wechseln. Ich blieb zum Glueck trocken.
Um 4 Uhr morgens kamen wir in Hanoi an. Nach einer Stunde warten in einem Cafe machten wir uns zu Fuss in die Altstadt auf. Es hatte noch kaum Verkehr. Die Unterkunftssuche erwies sich als muehsam, da viele voll waren oder noch nicht wussten, wann sie freie Zimmer haben. Haeufig wurde uns versprochen, dass in einer Stunde etwas frei sei, was dann doch nicht so war, oder sie boten uns schmuddelige Zimmer zu ueberhoehten Preisen an. Schliesslich fanden wir ein etwas besseres Hotel, wofuer es sich auch gelohnt hat, mehr zu bezahlen. Ich genoss es sehr, wieder einmal ein wirlich sauberes Zimmer zu haben, wo die Laken frisch schienen und wo aus der Dusche schoen heisses Wasser kam. Der Verkehr in Hanoi ist einfach crazy, so viele Motorraeder, die alle gleichzeitig in alle Richtungen fahren, dazwischen Autos. Die Strasse zu ueberqueren braucht Mut, das erste Mal war furchtbar. Mit der Zeit wusste ich aber, wie ich heil ueber die Strasse komme. Einfach langsam laufen, ja nie still stehen oder sich beeilen, dann weichen alle aus. Mir war aber jedes Mal etwas mulmig zumute. Einmal wollte ich eine mehrspurige Fahrbahn ueberqueren, wartete und traute mich fast nicht. Da nahm mich eine vietnamesiche Oma an der Hand und half mir ueber die Strasse! Es gibt sie doch, die freundlichen Vietnamesen! Nach zwei Regentagen in Hanoi hatte ich genug und reiste weiter nach Cat Ba Island. Doch auch diese Insel am Rande der beruehmten Halong Bay erwartete mich mit Regen. Aber heute blieb es endlich trocken, sogar die Sonne zeigte sich kurz. So buchte ich kurzerhand fuer morgen eine 2-taegige Tour durch die Halong Bay! Bin sehr gespannt! Mehr dazu im naechsten Eintrag, irgendwann Ende Monat.

Es ging wahnsinnig schnell hier (ca. 10 Min. fuer 5 Fotos) und darum gibt es jetzt ein paar Bilder mehr zu sehen!




unser Boot









Muang Ngoi



im Hinterland, das Gefaehrt ist neu und die
Dorfbewohner fuhren damit die ganze Zeit hin und her



Sabai-dii!



Markt in Bac Ha









Hanoi

Samstag, 4. Dezember 2010

Adios Laos

Nach einem Monat in Laos mache ich mich morgen auf den Weg nach Vietnam. Ich werde zwar noch ein paar Tage in diesem Land bleiben, doch werde ich erst wieder in Vietnam einen Internetzugang haben. Mit dem Boot werde ich den Fluss Nam ou hochfahren, unterwegs fuer ein paar Tage einen Zwischenstopp einlegen. Im Norden von Laos geht es dann ueber die Grenze nach Vietnam.

In der letzten Woche habe ich wieder so Vieles erlebt, kann manchmal gar nicht alles aufschreiben, mir fallen immer wieder Dinge ein, die ich vergessen habe. Von Vientiane bin ich mit dem Nachtbus nach Phonsavan gefahren. An Schlaf war jedoch kaum zu denken, die Strecke war sehr kurvig und dementsprechend die Fahrt sehr unruhig. Dieses Mal habe ich einen besseren Bus genommen, doch auch hier quetschten sie noch Passagiere in den Gang. Die Klappstuehle hatten Lehnen, doch fuer die 10-stuendige Fahrt waren sie sicherlich nicht so bequem. Diese Plaetze waren billiger, ich schaetzte meinen "normalen" Sitz doch sehr! Ganz hinten fuhr ein Typ in zivil mit Maschinengewehr mit. Ich habe gelesen, dass es auch schon zu Ueberfallen gekommen sei auf dieser Strecke, aber das war vor ein paar Jahren. Am Morgen um 6 Uhr war der Bus am Ziel. Ich war froh, dass ich im Bus ein kanadisches Paar getroffen habe, denn der erste Eindruck war etwas trostlos. Es war sehr kalt, karg und die Stadt nicht besonders schoen. Zusammen haben wir Velos gemietet und die bekannten Steinkruege besucht. Phonsavan liegt auf einer Ebene von 1200-1500m und ist vor allem wegen den Steinkruegen ein touristisches Ziel. Ausserhalb des Ortes befinden sich auf verschiedenen Feldern diese Steinkruege, einzelne sind bis zu 2m hoch. Warum und wie sie entstanden sind, ist weitgehend unbekannt. Dazwischen sieht man immer wieder grosse Bombenkrater. Waehrend des Vietnamkrieges war Laos das meistbombadierte Land, gemessen an der Einwohnerzahl. Im Nordosten wurden laotische Kommunisten, im Sueden der Ho-Chi-Minh-Trail bombadiert. Dies war der "geheime Krieg" der USA, denn darueber war lange Zeit nichts bekannt. Ueber 2 Mio Tonnen Sprengstoff bzw. Bomben wurden ueber Laos abgeworfen, davon seien ca. 30% nicht explodiert, gleich UXO (unexploded ordnance). Noch heute ereignen sich deswegen zahlreiche Unfaelle, wovon viele toedlich enden. Betoffen sind haeufig Kinder, aber auch Bauern, die ihre Reisfelder bearbeiten. Viele dieser Bomben sind tennisballgross und deswegen attraktiv fuer Kinder. Teilweise werden sie aber auch mit der Absicht "gesammelt" das Metall verkaufen zu koennen. Immer wieder sieht man, dass Reste von grossen Bombenbehaeltern im Alltag benutzt werden. Im Guesthouse in Phonsavan diente z.B. eine Haelfte einer laenglichen Bombe als Feuerstelle. Die Felder der Steinkruege wurden erst vor 5 Jahren von Minenraeumungs-Teams geraeumt. Die "sicheren" Wege sind markiert und sollten keinesfalls verlassen werden, denn neben den Wegen wurden nur die Bomben geraumt, die oberflaechlich lagen, aber im Boden koennte es immer noch welche haben. Laut der Organisation UXO Lao wurden erst 0,55% der nicht explodierten Bomben zerstoert. In Vientiane habe ich ein Rehabilitationszentrum besucht. Dort werden Hilfsmittel wie Prothesen, Rollstuehle hergestellt und die Betroffenen im Umgang damit geschult. Haeufig sind es Minenopfer die dort Hilfe finden, aber auch Menschen mit anderen Erkrankungen, die auf Hilfsmittel angewiesen sind. Die Leute haben aber kein Geld dafuer und so ist das Zentrum auf Spenden angewiesen. Auf www.copelaos.org koennt ihr euch darueber informieren. Fuer 5$US gibt es ein Roentgen und fuer 50$ US eine Beinprothese, das waere doch ein gutes Weihnachtsgeschenk (buy a leg for christmas)!

Von Phonsavan bin ich mit dem Minibus nach Luang Prabang gefahren (hier habe ich meine Reise vor einem Monat gestartet). Als ich die kurvige Strecke bei Tageslicht gesehen habe, hat es mich nicht verwundert, dass wir im Bus nicht schlafen konnten. Vielen wird es davon uebel, die Einheimischen oeffnen einfach das Fenster und ko*** auf die Strasse. Auch ich verspuerte einen Anflug von Reiseuebelkeit, es war jedoch nicht so schlimm. Wenn ich schon beim Thema bin, an etwas habe ich mich immer noch nicht gewoehnt, naemlich, dass immer und ueberall auf den Boden gespuckt wird! Geraeuschvoll wird es zuerst hochgewuergt, bevor es vor den Fuessen auf der Erde landet. Dies erinnert mich immer an meine Arbeit auf dem Q, an "unsere" Lungenpatienten!!! :-) Landschaftlich war es aber wunderschoen, gruene Huegel bzw. Berge soweit das Auge reicht. Am Strassenrand hatte es immer wieder kleine Doerfer, das Leben spielt sich an der Strasse ab, da es nicht eben ist. Bambushuetten reihen sich aneinander, dahinter geht es steil hinab, zwischendurch hat es auch Holzhaeuser, einzelne Steinhaeuser. In der Art der Baumaterialien sieht man, wieviel Geld die Familie wahrscheinlich hat. Je nach Gegend, hat es mehr oder weniger solide Haeuser. Erstaunlich ist, dass manche trotz Bambushuette, welche nur ein paar qm gross ist, einen Fernseher besitzen. Zu sehen ist das an der Sat.schuessel neben dem Haus.

In Luang Prabang verbrachte ich nochmals ein paar schoene Tage und genoss die touristische Infrastruktur. Ab morgen wird es einfacher und urtuemlicher, bin gespannt!
Leider dauert es unendlich lange, Fotos hochzuladen. 2x hat es nicht geklappt mit den restlichen Fotos, darum gibt es jetzt nur 3 zu sehen.

Steinkruege

Bombenkrater



Sonntag, 28. November 2010

mit 2 Senior-Backpackers auf Reise

Ich melde mich wieder aus Vientiane, die Internetverbindung ist hier um einiges schneller als in der Provinz. Bevor wir Richtung Sueden fuhren, verbrachten wir hier ein paar gemuetliche Tage. Es ist zwar die Hauptstadt von Laos, doch es ist sehr uebersichtlich und gemaechlich. Zum ersten Mal hatte es groesseren Verkehr, aber es sei kein Vergleich mit anderen asiatischen Staedten. Mit einem oeffentlichen Bus machten wir uns auf den Weg suedwaerts (davor benutzten wir die etwas schnellere Touristen-Variante). Schon beim Einsteigen fielen uns die vielen Eier auf, unter jedem Sitz waren ca. 5 Eierkartons verstaut. Der Bus war so voll, dass auch Leute im Gang auf kleinen Schemeln sassen. Es ist immer wieder ein Erlebnis in einem anderen Land im lokalen Bus unterwegs zu sein. Kaum abgefahren, wird schon wieder ein Halt gemacht, Ware aufgeladen oder Leute, die noch einsteigen wollen. Manchmal stoppt der Bus alle paar hundert Meter. Steht der Bus still, schmorrt man in der Hitze, nur der Fahrtwind schafft Abhilfe. Die ganze Zeit beschallt Musik (Lao- oder Thai-Pop) den Bus, sogar mit Karaoke im TV. Zum Glueck gab es auch einen WC-Halt im Nirgendwo, alle gingen hinter die Buesche. Manchmal bevorzuge ich sogar den Busch, denn die Steh-WCs, bzw. nur das Loch im Boden auf einem laotischen WC, sind nicht besser. Unterwegs steigen immer wieder fliegende Haendlerinnen zu und verkaufen allerlei interessante Sachen. Fische, ganze Poulets, Raten und sonstiges werden auf einem Spiess gebraten angeboten, Klebreis in Saeckchen, etc. Wir begnuegten uns mit den fritierten Bananen! So fuhren wir 2 mal mehrere Stunden lang. Beim zweiten Mal mit Panne, wir kamen dank einem Ersatzbus dann doch ans Ziel.
Waehrend eines 2-taegigen Trekkings uebernachteten wir bei einer einheimischen Familie. Unser Guide sprach etwas Englisch und konnte uebersetzen. Aber die Kommunikation war trotzdem schwierig, wir haetten gerne noch mehr von der Familie erfahren. Die Familie vom Dorfchef hat gekocht und wir assen zusammen. Nach dem Essen stiessen noch andere Dorfbewohner hinzu. Es gab eine Baci-Zeremonie. Wir sassen um ein kleines Gebilde aus Bananenblaettern, geschmueckt mit Blumen, Raeucherstaebchen und weissen Faeden. Waehrend etwas gemurmelt wird (meistens gute Wuensche), bekommt man ein weisses Baendchen umgebunden. Auch wir mussten dann einzelnen Dorfbewohnern mit den Baendchen Gutes wuenschen. Das Ganze soll dazu dienen, dass die 32 (oder so) Seelen eines Menschens bei ihm bleiben oder zurueckkehren. Danach muss man die weissen Faeden 3 Tage lang tragen, und erst dann wieder aufbinden, ja nicht aufschneiden. Dies war ein eindrueckliches Erlebnis!
Haeufig werde ich gefragt, ob ich verheiratet sei und Kinder habe. Den Laoten ist die Familie sehr wichtig, mehrere Generationen leben unter einem Dach. Meine Eltern wurden immer wieder nach ihrem Alter gefragt (> 60). Laos ist ein junges Land, es gibt viel mehr junge Menschen als alte, das Durchschnittsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren.
Die letzten Tage verbrachten wir ganz im Sueden, an der Grenze zu Kambodscha, auf den 4000 Islands. Je nach Wasserstand gibt der Mekong ganz viele kleine Inselchen frei, die groesseren sind bewohnt. Es war einfach schoen und entspannend, ich haette noch lange bleiben koennen! Strom gibt es dort erst seit 2009. Jedoch wird auch dort ueberall gebaut, jeder moechte vom wachsenden Tourismus profitieren. Ich moechte nicht wissen, wie es auf dieser Insel in ein paar Jahren aussieht. Das gilt auch fuer andere Orte in Laos. Es gibt in Laos viele touristische Orte, aber das Leben ist trotzdem noch beschaulich, die Laoten nehmen es gemuetlich. (Dafuer muss man auch mal im Restaurant oder so laenger warten, das gehoert dazu).

Meine Eltern reisen nun weiter nach Kambodscha, ich flog heute nach Vientiane zurueck, ersparte mir eine 12-stuendige Busfahrt. In den naechsten Tagen werde ich wieder einige Stunden mit Busfahren verbringen. Ich werde ueber Nordlaos nach Vietnam weiter reisen. Doch zuerst muss ich hier mein Visum verlaengern, da es in ein paar Tagen ablaeuft.

Hier ist es jeden Tag schoen und um die 30 Grad warm! :-) Vermisse den Schnee (noch) gar nicht. Ich wuensche euch eine schoene vorweihnaechtliche Zeit!





Vientiane




Mekongufer














4000 Islands

Sonntag, 14. November 2010

Sabai dii aus Laos

Nach einer Nacht in Bangkok bin ich weiter nach Luang Prabang in Laos geflogen. Da ich wegen den Überschwemmungen in Thailand nicht wusste, wie der Zustand der Strassen im Nordosten aussieht, habe ich meine Eltern früher als geplant in Laos getroffen.
In Luang Prabang habe ich mich sofort wohl gefühlt. Angenehmes Klima, übersichtliche Stadt, alte Tempel, Mönche, teils etwas verfallene Häuser aus der Zeit der französischen Kolonialherrschaft, Märkte mit feinen Früchten, Gemüse, exotischen Waren wie Fröschen und anderen Krabbeltieren. Und natürlich die Lage am Mekong, perfekt um sich aufs Reisen einzustimmen.

Nach ein paar Tagen sind wir mit dem Bus ins Backpacker-Mekka Vang Vieng gefahren. Für die 230 km brauchten wir 6 Stunden, dank den vielen Kurven und Bergen. Die Lage ist idyllisch, an einem Fluss gelegen und am Rande von Kalksteinfelsen. Nur das Dorf selber ist alles andere als gemütlich. Restaurants und Bars reihen sich aneinander, überall werden Folgen der TV-Serie "Friends" gezeigt. Eine der Hauptattraktionen ist "tubing". Mit einem alten LKW-Reifen kann man sich den Fluss hinunter treiben lassen und unterwegs laden immer wieder Bars zum Verweilen ein. Wir paddelten mit dem Kajak den Fluss hinab, teilweise blieben wir nur knapp nicht stecken, da der Fluss nur wenig Wasser führte.
Ein Höhlenausflug durfte natürlich auch nicht fehlen. Auf einem Reifen ging es in die 300m lange Höhle hinein, der Eingang nur ca. 1m hoch. An einem Seil mussten wir uns vorwärts ziehen, dann ein kurzes Stück gebückt durch das Wasser laufen, bevor es weiter ging mit paddeln. Ohne Stirnlampen wäre es stockdunkel gewesen. Etwas mulmig war mir schon zumute, denn so schnell konnte man nicht zurück. Nur nicht überlegen, was passieren würde, wenn ein Unwetter kommt und der Bach anschwillt! Mit den Füssen im Ring des Vordermanns eingehackt, paddelten wir bis ans Ende. Der Führer fand zum Glück den Weg zurück mit uns. Nach einer Stunde waren wir wieder am Tageslicht, ein wenig zitternd vom kalten Wasser. Es hat sich aber gelohnt, war sehr eindrücklich.
Mit einem billig aussehenden Velo erkundeten wir die Gegend. Die Velos mussten einiges aushalten, die Strasse war steinig, staubig und alles andere als angenehm zu fahren. Die Landschaft aber war wunderschön, kleine Dörfer, Reisfelder und im Hintergrund die grünen Kalksteinfelsen. Die Laoten auf dem Land leben sehr einfach, teils nur in kleinen Bambushütten. Sie sind sehr freundlich und grüssen mit einem "sabai-dii" (hallo). Ein Mädchen hat mir etwas zugerufen und setzte sich kurzerhand hinten auf mein Velo (anstatt eines Gepäckträgers hatte es einen einfachen Sitz zum mitfahren). Von einem Bub bekam ich ein klebriges Smarties angeboten, als ich ihm hallo sagte.

Nun sind wir in Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mekongs liegt Thailand. Ich begleite meine Eltern noch bis in den Süden von Laos und werde dann wieder zurück nach Vientiane kommen.

Das war ein erster Bericht aus Laos. Ich habe mich sehr schnell wieder an den Reisealltag gewöhnt und geniesse es!

Liebe Grüsse, Sonja



Luang Prabang

Touris schauen Moenche



Gegend um Vang Vieng

Hoehlentour

Mittwoch, 3. November 2010

Bye bye

Morgen startet meine Reise nach Südostasien. Bangkok ist der Beginn und Endpunkt, dazwischen werde ich durch die Mekongregion reisen (Laos, Vietnam, Kambodscha). Anfang Februar bin ich voraussichtlich wieder zurück.

Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und hoffentlich viel Schnee! :-)

Sonja